Bike Urlaub auf La Palma 10/2001

Bike Urlaub einmal ganz anders. Anstelle mit dem Auto ins Gebirge, mit dem Flieger auf eine Insel. Vor fast 10 Jahren habe ich das schon einmal gemacht. Damals war es drei Wochen Korsika mit Bike und Zelt auf eigene Faust. Diesmal sollte es Erholung sein. Zwei Wochen Hotel und geführte Touren auf La Palma. Eigentlich hatte ich ja alle meine Urlaubstage und Überstunden schon aufgebraucht und nicht mehr damit gerechnet nach La Palma mit zu können. Dann eine Woche vor dem Abflugtermin ging es doch noch. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Die Insel

La Palma gehört zu den Kanarischen Inseln. Sie zählt zu den höchsten Inseln der Erde (Höhe in Relation zur Fläche). Die mit ausgedehnten Kiefern- und Lorbeerwäldern bewachsene Gebirgslandschaft hat tief eingeschnittenen Schluchten und wechseln mit Zonen üppiger subtropischer Vegetation und bizarren urgewaltigen Vulkanlandschaften ab.
So etwas wie Massentourismus gibt es nur in Puerto Naos. Wobei es hier nur ein großes Hotel (Sol Elite) und einige Appartements gibt. Ein nennenswertes Nachtleben im Vergleich zu Gran Canaria/Teneriffa gibt es nicht. Also, alles sehr übersichtlich. Hier ist auch einer der ganz wenigen (schwarzen) Sandstrände der Insel.

Der Urlaub

Beim Buchen gerade noch den letzten Platz im Flieger bekommen. Bleibt nicht mehr viel Zeit für die Vorbereitungen. In Ludwigsburg leihe ich mir einen extra großen Bike Koffer in den auch ein Bike mit Doppelbrückengabel rein passen soll. Was nimmt man eigentlich mit in so einen Bike Urlaub. Bis jetzt spielte das Gewicht ja keine so große Rolle. Beim Fliegen darf es nur ein 20KG Koffer und 30 KG Sportgepäck sein. Bei 16 KG Bike + 12 Kg Bike Koffer bleibt nicht mehr viel Spielraum übrig.
Joachim bringt uns mit seinem Bus am Abflugtag an den Flughafen nach Echterdingen. Noch mal vielen Dank. Die Bike Koffer gehen definitiv nicht in einen normalen PKW. Am Flughafen gibt es lange Schlangen wegen den verschärften Kontrollen. Bevor wir uns einreihen können muß ich erst mal meine Reiseunterlagen holen und bezahlen. So jetzt erst mal anstehen. Wir haben definitiv die größten Koffer. Beim Check in zeigt der normale Koffer 22KG und der Bike Koffer 45 KG an. Es geht trotzdem ohne Aufpreis. Für 50 DM hin und zurück das Bike mitnehmen ist recht günstig. Der Flug mit Condor ist angenehm und ohne besondere Vorkommnisse.
Nach 4 Stunden Landen wir in Santa Cruz auf der Ostseite von La Palma. Da Laut Alps Tours der Reiseveranstalter uns mit den großen Koffern vom Flughafen aus nicht mitnehmen kann, hatten wir ein Taxi (VW-Bus) das auf uns wartete. Der Transfer zum Hotel dauert über eine Stunde. Wir müssen um nach Puerto Naos zu kommen genau auf die andere Seite der Insel. Die Straße steigt von Meereshöhe bis auf 1300m dort fahren wir durch einen Straßentunnel. Als wir aus dem Tunnel kommen ist die Landschaft auf einmal ganz anders. Auf der Ostseite war es bewölkt und waldig. Auf der Westseite haben wir blauen Himmel, Kakteen und weiter unten Bananenplantagen. Jetzt wieder runter bis auf Meereshöhe nach Puerto Naos. Nach dem Check in im Hotel ist volles Programm angesagt. Die Bikes müssen startklar gemacht werden und bei der Bike Station müssen wir uns auch noch melden.

Die Leute an der Bike Station La Palma sind sehr sympathisch. Chris macht das Organisatorische, Ottes und Ufo begleiten die Touren. Wie viel Touren habt ihr den gebucht? Drei oder fünf? Natürlich haben wir drei UND fünf Touren gebucht. Das scheint etwas ungewöhnlich zu sein. Wir lassen uns auf der Landkarte die Touren zeigen. Morgens um 09:30 Uhr geht es zuerst immer mit einem Shuttle bis auf 800-1200m hoch. Von unterschiedlichen Startpunkten aus werden dann Touren mit 600-1100 Hm gefahren. Durch die Abfahrt bis ans Meer ist es dann meisten über 50 Km. Normalerweise ist man bis 16:00 Uhr wieder zurück. Je nach Anzahl der Teilnehmer werden die Bikes im Transporter oder auf einem Spezialanhänger transportiert. Wir waren auf den geführten Touren zwischen 4-12 Personen. Unterhalb von 600m Höhe ist die Westseite der Insel von Bannanen Plantagen übersät. Hier kann man sich nur auf den normalen Straßen fortbewegen. Die Touren verlaufen meisten im Pinienwald auf unterschiedlich sandigen Pisten, die stellenweise sehr weich sind. Landschaftlich war alles sehr beeindruckend, da je mehr man in den Süden kommt überall erkaltete Lavafelder vorhanden sind. Das Wetter war einfach nur schön. Immer blauer Himmel und warm. Sobald die Sonne im Meer versunken ist wird es dann kühler. Nach der Tour kann man sich am schwarzen Sandstrand sonnen und noch eine Runde im Meer schwimmen gehen. An den Pausentagen sind wir morgens vollgepackt mit "Pausengepäck" mit hoch geshuttelt und haben uns dann auf eigene Faust ein Plätzchen gesucht. Dank GPS haben wir auch immer wieder sicher zurückgefunden. Das Kartenmaterial kann man getrost vergessen.

Ersatzteile fürs Bike gibt es keine auf der Insel. Der Vorsorglich mitgenommen Reifen wurde auch benötigt. Leider hatte ich meine neuen Ersatzbremsbeläge vergessen. Da keine zu bekommen waren habe ich meinen Bruder von Deutschland welche zuschicken lassen. Die waren mit der ganz normalen Post auch nach vier Tagen da. Letztendlich hat mir Ottes von der Bike Station doch schneller welche besorgen können. Er hat noch am Abend eine Mail in die Schweiz an einen Radhändler geschickt, der am folgenden Tag zum Urlaub machen nach La Palma gekommen ist. Er hat mir dann zwei Sätze mitgebracht.

Bis auf eine Tour sind alle Touren mit guter Grundkondition und Fahrsicherheit zu bewältigen. Je nach Gruppe werden dann schwierigere Varianten ausgelassen. Obwohl man durch den Shuttle schon recht weit oben ist kommen am Ende dann immer doch einige Höhenmeter zusammen. Die Anstiege sind meistens eher flach und lang. Die Sandpisten würden sonst auch beim nächsten Regen sofort weggespült. Man muß schon immer ein bißchen wachsam sein, daß man nicht plötzlich im weichen Sand steckenbleibt. Die Steine auf den Geländestücken sind extrem rauh. Nachdem ich mir meinen Reifen schon beim ganz "normalen" wegrandfahren zerschnippelt habe, war ich normalerweise immer ganz brav. Als dann aber auf einer Tour Leute von "Bike Adventure Tours" dabei waren und es eine kleine Trail Kombination gab habe ich mal g‘schwind gezeigt wie man bei uns im Schwabenland so einen Trail ganz entspannt runter fährt. Unten bin ich dann zu den anderen gestanden und habe gewartet bis alle runter gehoppelt waren.

Natürlich haben wir auch eine Tour an den Rand der Caldera gemacht. Die Caldera ist der größte Erosions Krater der Welt. Es ist aber eine reines Wandergebiet und im Verhältnis zu den anderen Orten auf der Insel doch etwas überlaufen. Wie es auf den Wanderwegen in der Caldera aussieht kann ich nicht sagen, weil dort das Biken nicht erlaubt ist und zum Wandern keine Zeit war.

Was hat mir besonders gefallen:

Was war nicht so gut:

Weitere Informationsquellen zu La Palma:

Gesammelte GPS Daten für Garmin (MapSource + Softtrax) als Zip




Kontakt: tschnorr@web.de
Datum: 25.12.2001